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Soeben erschie­nen: mein Roman “Ein Anderer”

Sabine Huttel_Ein Anderer Cover HPEin Dorf in Deutsch­land wäh­rend des Ers­ten Welt­kriegs. Der kleine Ernst Kroll ist auf­grund einer ange­bo­re­nen Krank­heit kör­per­lich und geis­tig ein­ge­schränkt, die Ärzte kön­nen ihm nicht hel­fen. Zwi­schen Orgel­bank, Hüh­ner­stall und dem Schul­zim­mer, in dem sein Vater unter­rich­tet, wächst der Junge heran. Er lebt in sei­nem eige­nen Uni­ver­sum und liebt Musik. Die Außen­welt nimmt er nur bruch­stück­haft wahr, Poli­tik ver­steht er nicht. Sie kommt ihm jedoch bedroh­lich nahe. Umso erstaun­li­cher, wie er es schafft, Krieg, Dik­ta­tur und die Tei­lung Deutsch­lands zu überstehen.

 

 

 

 

 

 

Ver­lag Tre­di­tion, Ham­burg, Sep­tem­ber 2017                             392 Seiten

Erhält­lich als Taschen­buch, als Hard­co­ver und als E-Book.

Nähe­res siehe “Bücher”!

 

Hier die Rezen­sion aus dem Blog “Buch­sta­ben­fän­ge­rin — Lust auf Lesen” von Ste­pha­nie Manig

Zum Blog “Buchstabenfängerin/Lust auf Lesen”

Ein schmerz­haft schö­nes Buch über einen, der anders ist

Meine Bewer­tung: ★★★★★

Es gibt sie, diese Bücher, in die man hin­ein­fällt, die einen Zeit und Raum, ja, alles um einen herum ver­ges­sen las­sen. „Ein Ande­rer“ von Sabine Hut­tel ist einer die­ser sel­te­nen Schätze.

In ihrem aktu­el­len Roman erzählt die in Ber­lin lebende Auto­rin die Lebens­ge­schichte von Ernst Kroll. Ernst wird kurz vor dem Ers­ten Welt­krieg in der thü­rin­gi­schen Pro­vinz gebo­ren. Bald schon fällt auf, dass mit dem Jun­gen etwas nicht stimmt. Geis­tig und kör­per­lich ein­ge­schränkt, wächst er kaum und ist in sei­ner Ent­wick­lung stark beein­träch­tigt. Wäh­rend die Mut­ter trotz aller Strenge nach­sich­tig mit dem Klei­nen umgeht, kann der Vater den Umstand, dass sein Sohn ein „Kre­tin“ ist, nicht akzeptieren.

Doch der Junge beißt sich durch. Mit gro­ßer Mühe lernt Ernst lesen und schrei­ben und ver­sucht zu hel­fen, wo er nur kann.

Par­al­lel zu den Ereig­nis­sen der wech­sel­vol­len Geschichte Deutsch­lands erlebt der Leser Ernsts Ent­wick­lung haut­nah mit.

Sabine Hut­tel besitzt die wun­der­volle Gabe, so bild­haft zu erzäh­len, dass sich das Buch wie ein Film vor dem geis­ti­gen Auge des Lesers abspielt. Trotz aller Not, aller Mühen und Ent­beh­run­gen, die Ernsts Fami­lie hin­neh­men muss, lässt sie ihre Leser durch die Augen ihrer Haupt­fi­gur die klei­nen Dinge des Lebens betrach­ten, und beschreibt diese mit Hin­gabe und Sinn­lich­keit: das Gefühl von wär­men­den Son­nen­strah­len auf der Haut, der Duft eines noch ofen­war­men Kuchens, der Som­mer­wind, der durch die alte Linde beim Pfarr­haus streicht … Wer kann da ernst­haft behaup­ten, dass Ernst dumm ist, blöd­sin­nig oder gar „unwer­tes Leben“, wie es die Nazis einst so fürch­ter­lich formulierten?

Ein Ande­rer“ ist ein schmerz­haft schö­nes Buch, das an sämt­li­chen Gefüh­len rüt­telt. Mal schüt­telt man ungläu­big den Kopf, mal schmun­zelt man über Ernst und seine Sicht der Dinge, dann wie­der ist man scho­ckiert, beschämt oder den Trä­nen nah.

Sabine Hut­tel zeich­net ihre Figu­ren mit bemer­kens­wer­ter Schärfe. Obwohl man im Buch zahl­rei­chen Dorf­be­woh­nern und Ver­wand­ten von Ernst begeg­net, ist ein Per­so­nen­ver­zeich­nis voll­kom­men unnö­tig, denn jede ihrer han­deln­den Per­so­nen ist schlicht­weg unverwechselbar.

Das Auf­tau­chen aus die­sem Buch fällt schwer, so mit­rei­ßend und inten­siv ist die Lebens­ge­schichte des Ernst Kroll.

Des­halb bleibt mir nach den fast 400 packen­den Sei­ten nur eins zu sagen: Danke, Sabine Hut­tel, für die­ses ein­dring­li­che Leseerlebnis!

 

Wei­tere Rezen­sio­nen auf amazon.de:

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Hör­probe: “Fei­er­abend”, Erzäh­lung aus SLALOM
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Rezen­sio­nen zu mei­nen Büchern auch unter “Presse”.

 

 




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